Befragung auswerten und ableiten
Aus Ergebnissen belastbare Gefährdungen und Maßnahmen machen.
Die Auswertung zeigt Belastungsschwerpunkte im Vergleich zu Referenzwerten und macht daraus konkrete Handlungsfelder. Ziel ist nicht ein Zahlenbericht, sondern eine Entscheidung darüber, was verändert wird.
Für wen
Fachkräfte, Führungskräfte und Arbeitsschutzausschuss.
Voraussetzungen
Abgeschlossene Befragung über der Schwelle
Darstellung der Ergebnisse
- Skalenwerte — Je Merkmalsbereich ein Wert mit Vergleich zur Referenzstichprobe.
- Ampelbewertung — Zusätzlich in Text ausgewiesen, damit die Aussage nicht allein an Farbe hängt.
- Streuung — Zeigt, ob eine Einheit einheitlich belastet ist oder ob es Teilgruppen gibt.
- Zeitvergleich — Entwicklung gegenüber der Vorbefragung, sofern derselbe Zuschnitt verwendet wurde.
- Freitexte — Thematisch gruppiert, nach Prüfung auf identifizierende Inhalte.
Vom Ergebnis zur Maßnahme
- Ergebnisse zuerst den Beschäftigten zurückmelden, dann gemeinsam deuten.
- Moderierte Workshops in den auffälligen Einheiten liefern die Ursachen, die Zahlen nicht zeigen.
- Maßnahmen an Verhältnissen ansetzen — Arbeitsmenge, Abläufe, Führung — bevor an Personen gearbeitet wird.
- Ergebnisse und Maßnahmen in die zugehörige Gefährdungsbeurteilung übernehmen; erst damit ist die Pflicht erfüllt.
- Wirksamkeit über eine Folgebefragung nach 12 bis 18 Monaten prüfen.
Eine Befragung ohne folgende Maßnahmen ist schädlicher als keine Befragung: Sie erzeugt Erwartungen und enttäuscht sie sichtbar.
Schritt für Schritt
- 1
Ergebnisse lesen
Je Skala sehen Sie Mittelwert, Streuung und Einordnung gegenüber dem Referenzwert.
- 2
Auffälligkeiten prüfen
Markierte Skalen zeigen, wo die Belastung deutlich über der Vergleichsgruppe liegt.
- 3
Ableitung erzeugen
Aus einer Skala entsteht eine Gefährdung in der Beurteilung, inklusive Begründung und Quelle.
- 4
Rückmeldung geben
Teilen Sie Ergebnisse und geplante Schritte mit den Befragten; das steigert die Beteiligung beim nächsten Mal.
Ergebnis
Die Befragung mündet in dokumentierte Gefährdungen und Maßnahmen statt in einen Bericht ohne Folgen.
Häufige Stolpersteine
- Nur Mittelwerte betrachten: Hohe Streuung weist auf Unterschiede zwischen Teams hin.
Häufige Fragen
- Woher stammen die Referenzwerte?
- Aus der veröffentlichten Referenzstichprobe des jeweiligen Instruments. Die Quelle wird im Bericht mit Version genannt.
- Dürfen Führungskräfte Ergebnisse ihres Teams sehen?
- Ja, sofern die Anonymitätsschwelle erreicht ist. Darunter sehen auch sie nur die übergeordnete Ebene.