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Gefährdungsbeurteilung

Brutto- und Nettorisiko bewerten

Risiko vor und nach Schutzmaßnahmen bewerten und den Unterschied begründen.

Elyph bewertet jedes Szenario zweimal: einmal ohne Berücksichtigung wirksamer Schutzmaßnahmen (brutto) und einmal mit (netto). Der Abstand zwischen beiden Werten ist die messbare Schutzwirkung Ihrer Barrieren — und genau der Wert, der bei einem Ausfall verloren geht.

Für wen

Beurteilende und Freigebende.

Voraussetzungen

Zugeordnete Gefährdungen Konfigurierte Risikomatrix

Bruttorisiko bestimmen

Das Bruttorisiko beschreibt den Zustand, in dem die vorhandenen Barrieren nicht wirken. Es ist keine theoretische Katastrophenannahme, sondern der realistische Verlauf ohne Schutz.

  • Schwere — Plausibel schlimmste Folge für die betroffene Person, nicht der Durchschnittsfall.
  • Wahrscheinlichkeit — Aus Exposition, Dauer, Häufigkeit und Erfahrung abgeleitet, nicht geschätzt aus dem Bauch.
  • Personenkreis — Auch Fremdfirmen, Auszubildende und Besucher zählen.
  • Betriebszustand — Störung und Instandhaltung führen häufig zum höheren Bruttowert als der Normalbetrieb.

Nettorisiko ermitteln

  • Nur Barrieren mit bestätigter Wirksamkeitsprüfung senken den Wert.
  • Geplante oder überfällig geprüfte Barrieren bleiben ohne Wirkung auf das Netto.
  • Nach STOP wirken technische Barrieren stärker als organisatorische, diese stärker als persönliche.
  • Mehrere Barrieren derselben Art addieren sich nicht beliebig — Abhängigkeiten sind zu begründen.
  • Ein Netto oberhalb der Akzeptanzschwelle erzwingt eine dokumentierte Entscheidung.

Ein Nettorisiko von null gibt es nicht. Wer es ausweist, hat meist eine Barriere zu optimistisch bewertet.

Bewertung begründen

Zu jeder Bewertung gehört ein kurzer Text, der die Einstufung trägt. Er ist das, was in Prüfungen zählt.

  • Beziehen Sie sich auf Beobachtung, Messung, Vorfall oder Regelwerk.
  • Nennen Sie den Betriebszustand, für den die Bewertung gilt.
  • Halten Sie abweichende Meinungen fest, statt sie zu glätten.

Schritt für Schritt

  1. 1

    Bruttorisiko setzen

    Bewerten Sie Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß ohne bestehende Maßnahmen.

  2. 2

    Barrieren zuordnen

    Verknüpfen Sie vorhandene Schutzbarrieren; nur dokumentierte Barrieren dürfen das Risiko senken.

  3. 3

    Nettorisiko setzen

    Bewerten Sie erneut mit Wirkung der Barrieren und begründen Sie die Absenkung in einem Satz.

  4. 4

    Restrisiko einordnen

    Liegt das Nettorisiko über der Akzeptanzschwelle, verlangt elyph zusätzliche Maßnahmen oder eine dokumentierte Akzeptanz.

Ergebnis

Jede Gefährdung hat Brutto, Netto und eine begründete Differenz.

Häufige Stolpersteine

  • Netto ohne Barriere abgesenkt: Die Plausibilitätsprüfung meldet das als Befund.
  • Wunschbewertung: Bewerten Sie den Ist-Zustand, nicht den geplanten.

Häufige Fragen

Warum ist unser Bruttorisiko so hoch?
Das ist erwünscht. Ein hohes Brutto bei niedrigem Netto zeigt, dass Ihre Schutzmaßnahmen viel leisten — und wie viel bei ihrem Ausfall auf dem Spiel steht.
Können wir eigene Bewertungsstufen verwenden?
Ja. Die Risikomatrix ist je Mandant konfigurierbar, inklusive Stufenzahl, Bezeichnungen und Akzeptanzschwellen.

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